3 – Erfolge in Kreis und Gau


Im Jahr 1937 schoss August Wagener den Vogel beim Netphener Schützenfest.

Die Übungsschießen des Vereins fanden regelmäßig sonntags morgens statt. 1934 war die Kleinkaliber-Abteilung vom späteren Präsidenten Norbert Wagener gegründet worden. Sie bestand aus knapp 20 Alt- und Jungschützen. „Pflichtübungsschießen“ hieß die sonntägliche Veranstaltung zwischen zehn und 12 Uhr. Die Hülsen der Karabiner-Munition wurden schon damals aufgesammelt und wieder geladen. Das Training bescherte dem Schützenverein Netphen Erfolge in Gold, Silber und Bronze bis auf Kreis- und Gauebene. Schießmeister Arnold Göbel war mit dem Gewinn der goldenen Medaille der erfolgreichste Schütze.

Arnold Göbel, Präsident Norbert Wagener und Schützenwärter Heinrich Engel prägten mit ihrem Einsatz diese Zeit.

Die Zeit des Nationalsozialismus ging auch am Schützenverein Netphen nicht spurlos vorüber. Wie in allen Bereichen, so suchte die Partei auch hier ihren Einfluss geltend zu machen. Dem Schützenverein wurde wie anderen Vereinen auch – eine Einheitssatzung „übergestülpt“, mit der demokratische Strukturen abgeschafft und das sogenannte Führerprinzip eingeführt wurde.

Aus dem Präsidenten wurde kurzerhand der Vereinsführer, der alle maßgeblichen Entscheidungen des Vereins allein oder in Abstimmung mit der über-geordneten Verbandsführung treffen konnte. Eine Wahl fand nicht mehr statt. Der Vereinsführer wurde vom Kreisführer des Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen bestellt.

So war es auch nicht ungewöhnlich, dass die Halbach nach der Machtübernahme Hitlers 1933 nun auch von der Hitlerjugend aus Amt, Kreis und Gau für Übungs-schießen genutzt wurde. Ab 16 Jahren hatten die Hitlerjungen die „vormilitärische Ausbildung“ zu absolvieren, zu der auch das Schießen gehörte. Die „Gefolgschaft 18b“, das war die Netphener HJ-Gruppe, war regelmäßig in der Vereinsanlage des SV zu Gast.

Das Vereinsleben des Schützenvereins Netphen kam in den Kriegsjahren und darüber hinaus zum Erliegen.